25.07.2019,

Van Holzen – Interview auf dem Bochum Total Festival

Autor: Angelina (musikiathek.de) Kategorien: Interviews
Angelina: Herzlich Willkommen erstmal bei Bochum Total!

Van Holzen: Dankeschön, Danke

Angelina: Ihr kommt ja aus Baden-Württemberg, aus Ulm, weiter weg geht es ja fast gar nicht mehr und ihr seid das erste Mal bei Bochum Total?

Van Holzen: Ne, das ist das zweite Mal. Wir waren 2016 schonmal da, auch auf dieser Bühne. Da haben wir aber noch etwas früher gespielt. Dieses Jahr sind wir ja etwas später dran.

Angelina: Was bedeutet denn Bochum Total für euch, wenn ihr das so hört, was verbindet ihr damit?

Van Holzen: Ja es ist ein geiles Stadtfest und ich finde irgendwie das Konzept cool, dass es keine großen Headliner gibt, sondern überall in der Stadt ist so ein bisschen was. Ich glaube als Zuschauer ist es auch cool, also 2016 waren wir nach der Show auch noch unterwegs und haben uns ein paar Sachen angeguckt. Ich mag halt die Stimmung total, das ist so ausgelassen und total zwanglos und ich finde es auch gut, dass keine Band hier riesige Gagen verlangt. Das ist eigentlich cool und das verbinde ich mit Bochum Total.

Angelina: Gibt es irgendeinen Bezug für euch zum Ruhrgebiet oder sogar zu Bochum?

Van Holzen: Ne, keinen konkreten – wir spielen nur gerne Konzerte im Ruhrgebiet und das ist ja die krasseste Beziehung, die man haben kann.

Angelina: Bochum Total gibt es mittlerweile seit 1986, wenn ihr das so hört, was denkt ihr ist das Geheimnis, dass es dieses Festival schon so lange gibt?

Van Holzen: Krass, das wusste ich nicht. Das Konzept wahrscheinlich und es ist einfach gut organisiert. Alles, was wir mitbekommen ist voll professionell, daran liegt es wahrscheinlich, dass gute Menschen dafür arbeiten. Die Stadt zieht ja auch mit, jedes Jahr so ein Festival mit auf die Beine zu stellen und die halbe Stadt abzusperren, damit 4 Tage lang gefeiert werden kann.

Angelina: Jedes Jahr gehen über 1300 Künstlerbewerbungen bei Bochum Total ein, was sagt ihr dazu?

Van Holzen: Krass, das ist viel. Ich glaube so geht es fast jedem Veranstalter, der ein namhaftes Festival veranstaltet, die kriegen natürlich Mails ohne Ende, sich da als Band irgendwie durchzusetzen und zum Veranstalter durchzudringen ist natürlich krass.

Angelina: Kennt ihr den Song „Bochum“ von Hebert Grönemeyer? Beziehungsweise kennt ihr eine Zeile?

Van Holzen: Na klar kennen wir den Song! Yes! Eine Zeile jetzt spontan nicht, aber das Live Video ist mega geil. Bochum live in Bochum einfach mal in YouTube eingeben.

Angelina: Er besingt ja im Prinzip die Bochumer Innenstadt beziehungsweise die Stadt als sehr dreckig, Bergbau und trotzdem als total echt. Könnt ihr das so unterschreiben?

Van Holzen: Voll, die Leute strahlen eine super Stimmung aus. Ich glaube, ich war noch nie so wirklich lange in Bochum, was total schade ist, müsste man mal machen um auch die Leute kennen zu lernen, aber ich glaub dadurch, dass wir viel rumkommen, können wir nach einer Show schon ganz gut beurteilen, wie so die Schwingungen, die Vibes, die die Leute ausstrahlen so sind und die waren 2016 schon super und ich glaube die werden dieses Jahr auch wieder super sein.

Angelina: Normalerweise habt ihr in Clubs ja einen eigenen Backstage, hier ist das alles etwas offener stört euch das?

Van Holzen: Ne das ist gar kein Problem, man hat ja auch hier seinen eigenen kleinen Bereich, so ist das auf den meisten Festivals. Es gibt auch einige größere Festivals, bei denen man wesentlich schlechtere Backstage Situationen hat. Also wir fühlen uns sehr wohl. Und man darf auch nicht Festival und Clubshows miteinander vergleichen. Natürlich ist Festival ein bisschen aufregender und man fährt durch irgendwelche abgesperrten Straßen, aber das klappt schon alles, man muss da einfach ein bisschen anders an die Sache ran gehen, ein bisschen offener sein und vielleicht nicht den krassen Backstage Raum erwarten. Dann ist es aber auch voll cool. Wir gehen hier jetzt gleich noch „International Music“ gucken. Generell andere Bands anschauen hast du ja bei Clubshows nicht.

Angelina: Wenn ihr euren Backstage-Kühlschrank füllen dürftet, was dürfte auf gar keinen Fall fehlen?

Van Holzen: Wasser.. ganz wichtig Wasser, ein bisschen Spezi, am liebsten Paulaner Spezi und ein bisschen Augustiner Helles und dann wäre ich schon zufrieden.

Angelina: Essen packt ihr nicht rein?

Van Holzen: Ja ein paar Snacks, Obst ist immer geil auf Tour, da freut man sich drüber. Heute gab’s auch Obst, schön. Hummus ist auch geil mit Brot, das reicht mir dann auch schon über den Mittag und am Abend dann ne warme Mahlzeit und dann ist der Tag auch schon perfekt.

Angelina: Könntet ihr eine ganz skurrile Backstage-Story erzählen, die euch mal passiert ist?

Van Holzen: Ich habe eine im Kopf. „Weserlieder“ hieß das Festival: wir laufen gerade so durch den Backstage, als es eine Gruppe Mädels es in den Backstage geschafft haben. Hinter mir stand der Main Act von dem Abend, was ich allerdings nicht bemerkt hatte und die drei Mädels sind halt auf mich zu gerannt. Ich habe mich schon gefreut, allerdings wurden die dann von den Securitys umgeworfen und dann habe ich auch gesehen, dass die nicht zu mir wollten. Da dachte ich ganz kurz: „Ich bin ein Rockstar“, bin ich aber gar nicht.

Angelina: Mit wie vielen Leuten seid ihr unterwegs, wie groß ist eure Crew?

Van Holzen: wir sind zu sechst unterwegs. Manchmal sind wir auch weniger, manchmal auch sieben – allerdings nie mehr. Sechser Gruppe ist auf jeden Fall das Beste. Ein Tontechniker, eine Lichttechnikerin und der Jaro der noch Fotos und ein bisschen Merch macht.

Angelina: Welchen Job würdet ihr am ehesten tauschen wollen, wenn ihr irgendwer aus der Crew sein müsstet?

Van Holzen: Ich habe bei Itchy letztens Merch gemacht. Es ist natürlich was anderes, als wenn du für dich selber Merch machst. Da man einfach als schlichte Person am Merchstand steht und einfach nur die Person ist, die verkauft und wenn du als Band deinen eigenen Merch verkaufst, da bist du auch immer der Blickpunkt von den ganzen Leuten. Die wollen alle mit dir reden, deshalb ist es nicht so stressig und ich könnte mir auf jeden Fall vorstellen, das nochmal zu machen. Ich könnt mir aber auch vorstellen Licht zu machen, dafür müsste ich aber erstmal die Technik beherrschen und Fotos. Ich hätte wahrscheinlich an allem Spaß. Tourmanagement ist auch cool.

Angelina: Bleibt ihr heute Nacht hier oder fahrt ihr noch weiter?

Van Holzen: Wir schlafen heute hier. Heute wird noch richtig Party gemacht.

Angelina: Wenn euer Leben ein Buch wäre, welchen Titel sollte es tragen?

Van Holzen: „Nice“ (lachen) oder „Ich mach was ich will“. Seit wir vor 2 Jahren aus der Schule raus sind machen wir wirklich nur das worauf wir Lust haben und was uns Spaß macht und das ist für mich die beste Art zu leben und es ist auch das Ziel, das so weiterhin durchzuziehen. Weil wir dadurch einen krassen Antrieb haben und krass für diese Musik arbeiten und Zeit und Mühe reinstecken und wenn da was zurückkommt und die Arbeit sich lohnt, ist das das Beste. Und ich glaub dadurch, dass wir das seit 10 Jahren machen, ist das schon so in uns drinnen, das wir für uns selbst und für diese Sache arbeiten, das wir das auch immer weiter machen werden.

Angelina: Auf dem aktuellen Festival T-Shirt ist so eine spaceige Biene drauf, was sagst ihr denn dazu?

Van Holzen: Find ich gut, passt ja auch zum aktuellen Thema „Schütz die Bienen“

Wortpingpong

Bochum Total wird wahnsinnig toll, weil wir wahnsinnig aufgeregt sind Punkt! Deshalb fällt das Spielen heute leicht Ausrufezeichen Wir geben immer Vollgas