01.03.2019,

Devil May Care – Backstage Interview

Autor: Sandra (K&M Team) Kategorien: Interviews

Am 23.02.19 war Reinhard, Redakteur von unserem Partner Backstage Pro, im Juze in Backnang, um dort die Band Devil May Care Backstage zu besuchen. Auf unserem Insta Channel findet, ihr unter den Highlights, die #Backstagestories von diesem Abend.

Hier haben wir nun für euch einen Backstageraum mit Blutspuren, beim Tour-Auftakt und ein neues Album. Wie sich diese Stichworte sinnvoll zusammensetzten, erfahrt ihr in diesem Blitz-Interview, das Reinhard mit Tim, dem Gitarristen der Band, geführt hat:

 

Das zweite Backstage-Interview hat Backstage Pro mit Joachim, dem Drummer von Devil May Care geführt.
Ob die Musiker Lampenfieber haben? Wie sie sich auf eine Show vorbereiten und wie ein guter Backstagebereich sein sollte, erfahrt ihr im Folgenden ebenso, wie die persönlichen Macken, Tour-Vorbereitungen und Backstage-Erlebnisse.

Backstage PRO: Wie ist bei euch die Stimmung vor einer Show? Leidet jemand von euch an Lampenfieber oder bleibt ihr völlig cool?

Joachim Lindner: Wir sind nicht mehr aufgeregt wie bei unserem ersten Konzert, aber natürlich liegt eine gewisse Anspannung in der Luft. Das hängt auch davon ab, wie viele Menschen zu dem Konzert gekommen sind, ob sie hauptsächlich wegen uns oder einer anderen Band da sind und wie viele der Zuschauer man persönlich kennt. Generell sind wir jedoch eine Band, die kurz vor der Show gerne etwas Ruhe hat, um sich noch einmal konzentriert auf das Konzert einzustellen.


Backstage PRO:
Wie organisiert ihr den Transport eures Equipments sowie den Auf- und Abbau? Macht ihr alles selbst oder habt ihr eine Art “Road Crew”?

Joachim Lindner: Wir haben neben den Instrumenten auch eigenes Licht und ziemlich viel Merch dabei, deswegen müssen wir uns für die Konzerte immer einen Bus leihen. Wir haben das Glück, zu unserem Freundeskreis ein paar Leute zählen zu können, die uns immer wieder gerne als Ton- oder Lichttechniker, Mercher oder Fotograf auf Tour begleiten. Das ist schon allein beim Ein- und Ausladen Gold wert. Unser Proberaum liegt wie auch viele Clubs im Keller und ist nur über eine schmale Treppe zu erreichen. Zu sechst ist das trotzdem schnell erledigt, wenn alle mit anpacken.

Backstage PRO: Nach der heutigen Show in Backnang seid ihr als Support der Cancer Bats in ganz Deutschland unterwegs und macht sogar Abstecher nach Bern und Wien. Welche logistischen Herausforderungen gibt es bei einer solchen Tour? Habt ihr einen Nightliner zur Verfügung, in dem ihr übernachten könnt?

Joachim Lindner: Das wird auf jeden Fall eine Herausforderung. In unser Budget passt leider weder ein Nightliner noch ein eigener Busfahrer. Deshalb übernachten wir in den meisten Städten bei Freunden und fahren früh weiter in die nächste Stadt. Teilweise wird das ganz schön sportlich, allein von Bern nach Wien haben wir fast 900 km vor uns. Wir freuen uns aber total darauf, jeden Tag wieder viele neue Menschen vor der Bühne zu treffen. Wenn die sich danach an uns erinnern, hat sich der Aufwand absolut gelohnt.


Backstage PRO:
Gibt es bei einzelnen Bandmitgliedern von euch bestimmte “Macken”, wenn es ums Touren und Auftreten geht?

Joachim Lindner: Auf jeden Fall (lacht)! Lukas kann es zum Beispiel nicht ausstehen, wenn die Bass Drum nicht exakt mittig auf der Bühne steht. Deswegen ist das Ausrichten immer sein Job und ich beginne erst danach, den Rest des Schlagzeugs aufzubauen.

Sobald wir nach dem Konzert wieder im Bus sitzen, neigen wir zudem dazu, alles bis ins kleinste Detail zu analysieren. Das geht von richtigen oder falschen Tönen über Verbesserungsvorschläge zum Licht bis hin zu neuen Merch-Ideen. Manchmal artet das zwar in endlose Diskussionen aus, aber die gehören für uns dazu und haben ja auch den Zweck, in Zukunft etwas besser machen zu können.


Backstage PRO:
Wie bereitet ihr euch Backstage auf eure Performance vor?

Joachim Lindner: Vor der Show hat jeder von uns unterschiedliche Gewohnheiten. Ich bastel häufig noch irgendwo an der Technik herum, Lukas zieht noch schnell Gitarrensaiten auf, Tim macht ein paar Gesangsübungen und Moritz versorgt die Social Media-Welt mit Fotos.


Backstage PRO:
Wie sollte ein Backstage-Bereich denn aussehen, damit ihr euch dort richtig wohl fühlt?

Joachim Lindner: Es sollte auf jeden Fall genügend Stauraum für leere Cases vorhanden sein, sonst liegt ständig etwas im Weg. Im Winter ist eine Heizung schon echt Luxus, wenn auch nicht selbstverständlich. Außerdem: Der Backstage-Bereich gehört den Bands! Nichts ist schlimmer, als nach der Show verschwitzt Backstage zu kommen und festzustellen, dass es leider nichts mehr zu trinken gibt, weil zwanzig Freunde der anderen Bands es sich dort bequem gemacht haben.

Backstage PRO: Seid ihr deswegen schon mal mit einer Band aneinandergeraten?

Joachim Lindner: Nein, das klang jetzt vermutlich schlimmer, als es tatsächlich ist (lacht). Wahrscheinlich gibt es kaum eine friedlichere Band als uns und es müsste schon viel passieren, dass wir mal mit jemandem aneinandergeraten. Im Gegenteil: Viele Bands hat man ja zuvor schon öfter getroffen und dann freut man sich natürlich, wenn man sich mal wieder einen Backstage-Bereich teilt.


Backstage PRO:
Was war euer einprägsamstes Backstage-Erlebnis?

Joachim Lindner: Eine besondere Geschichte haben wir mal in einem Club erlebt, dessen Konzept es ist, besonders spät Konzerte zu veranstalten. Nachdem wir als letzte Band des Abends gespielt hatten, mussten wir Backstage auf den Veranstalter warten, der im Nebenraum noch schnell die Abrechnung machen wollte. Als wir dann um 6.30 Uhr endlich zu unseren Schlafplätzen aufbrachen, verbrachten wir noch ca. eine Stunde damit, in seine Wohnung einzubrechen, weil er ein paar Tage zuvor seinen Schlüssel verloren hatte.


Backstage PRO:
Vervollständige folgenden Satz: “Mit Backstage verbinde ich…”

Joachim Lindner: … die Ruhe vor dem Sturm.

Backstage PRO: Vielen Dank für das Gespräch!